Andacht Februar 2011

1. Februar 2024, 15:33 Uhr - vor 3 Monaten aktualisiert

„Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreisst eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um zu dem HERRN, euren Gott; … (Joel 2,12.13)

Wirst du gerne zur Umkehr aufgerufen? Ich nicht! Denn das setzt ja voraus, dass ich in die falsche Richtung unterwegs bin. Mein Stolz verbietet mir aber zuzugeben, dass sich in meinem Leben etwas ändern muss oder ich meinen eigenen geistlichen Zustand nicht mehr richtig erkennen kann. Wahrscheinlich gibt es nichts Schlimmeres, als in der Illusion zu leben, Gott mit halbem Herzen dienen zu können. Ihn mit ein paar frommen Formeln und Riten abzuspeisen, aber nicht wirklich durch ihn und von ihm zu leben.

Zu meinen, Christsein bestünde einfach darin, manche Dinge zu tun und andere nicht zu tun. Jesus, der treue Zeuge, spricht davon, dass seine Gemeinde blind geworden ist und lau, nackt und arm und dabei ihren wahren Zustand nicht mehr erkennt. Und er ruft uns zur Umkehr von ganzem Herzen. Warum mit Fasten und Weinen und Klagen? Das ist die natürliche Reaktion, wenn ich mich plötzlich mit den Augen Gottes sehe und meine Verlorenheit hinter meiner religiösen Scheinwelt entdecke.

Wenn diese Oberflächlichkeit und Lauheit in meinem Leben in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit offenbar wird, dann „vergeht mir der Appetit“, dann „bleibt kein Auge trocken“, dann ist „Schluss mit lustig“. Umzukehren von ganzem Herzen zum HERRN, das ist es, was wir brauchen. „Eine Erweckung wahrer Frömmigkeit unter uns ist das größte und dringendste unserer Bedürfnisse. Danach zu streben, sollte unsere wichtigste Aufgabe sein… es ist unsere Aufgabe, durch Demut, Bekenntnis, Reue und ernsthaftes Gebet die Voraussetzungen zu schaffen, die es Gott möglich machen, uns seinen Segen zu geben. Eine Erneuerung kann nur als Gebetserhörung stattfinden. (FG, Bd. 1; S. 128). Der Vers in Joel 2,13 endet mit einer Verheißung und einen Blick in den Charakter Gottes: „… denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade…“ Was für ein Vorrecht, von diesem Gott zur Umkehr gerufen zu werden. Was für eine Freude, dass er mich nicht aufgibt. Was für eine heilige Zeit, heute mit ganzem Herzen zu IHM zurückzukehren.


Author

Thomas Knirr

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