Andacht Oktober 2011

1. Februar 2024, 15:33 Uhr - vor 3 Monaten aktualisiert

„So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.“ (Jakobus 5,7.8)

Wir werden hier aufgefordert, ja ermahnt (Imperativ), geduldig zu sein, bis zum Kommen des Herrn. Das griechische Wort beschreibt einen Zustand von emotionaler Ruhe angesichts von Provokation oder Unglück und das, ohne sich zu beschweren. So wie der Bauer geduldig wartet, bis der Frühregen und Spätregen „die kostbare Frucht der Erde“ zum Keimen und Reifen gebracht hat, so sollen auch wir auf das Kommen des Herrn warten. Nicht in einem hektischen Aktivismus, der voller Sorge versucht, die Frucht irgendwie selbst zum Reifen zu bringen.

Es geht um ein vertrauensvolles Warten auf Gott, dass er seine  Zusagen, zu seiner Zeit, zu seiner Ehre erfüllt und die Ernte dieser Welt zum Reifen bringt. Auf der anderen Seite heißt „geduldig sein“ allerdings nicht, sich in eine schläfrige Passivität zu verabschieden. Gott möchte im Abschluss seines Erlösungswerkes  mit uns zusammen arbeiten. Er braucht Männer und Frauen, die ihm völlig hingegeben leben und bereit sind „dem Lamm zu folgen, wohin es auch geht“ (Offenbarung 14,4). Das erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit und unseren ganzen Einsatz. Dazu gehört auch, dass wir unsere Herzen „stärken“ (Jakobus 5,8). Dabei geht es natürlich nicht um unser Herz als Organ.

„Charakter, Persönlichkeit, Wille, Verstand sind moderne Ausdrücke, die alle einen Teil der Bedeutung des Wortes ‚Herz‘ in seinem biblischen Gebrauch widerspiegeln.“ (Das große Bibellexikon, S.568). Mein „Herz“ hat also etwas mit meinem Charakter zu tun, mit meinem „inwendigen  Menschen“ (Epheser 3,16), das, was mich als Mensch ausmacht. Durch Seinen Geist kann mein „Herz“ stark werden , „dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.“ (Epheser 3,17). Mein „Herz zu stärken“ heißt demnach, meine Beziehung zum Herrn intensivieren, indem ich mich mit Dingen beschäftige, die IHM mehr Raum in meinem Leben geben. Es heißt, im freudigen Gehorsam seinem Willen entsprechend zu leben und bereit zu sein, von ihm verändert zu werden.  Das ist ein Teil des geduldigen Wartens auf das Kommen unseres Herrn.


Author

Thomas Knirr

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